Ausstellungen im Februar 2026: Diese Neueröffnungen sollten nicht verpasst werden

Zarte Miniaturen der Romantik, politische Bildsprachen, Fotografien ferner Kulturen und vergangener Jahrzehnte sowie die Frage, was Zuhause bedeutet: Diese Ausstellungen eröffnen neue Perspektiven auf Nähe, Gemeinschaft, Macht und Identität. Und sie zeigen, wie sehr Bilder unsere Welt formen.

Viktoria Binschtok, Three People on the Phone #4, 2007 (2004), Siebdruck, 70 × 100 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Courtesy of the Artist and Klemm’s, Berlin
Das sind die Ausstellungshighlights in Deutschland im Februar 2026: "Community" in der Kunsthalle Düsseldorf und viele mehr. Foto: Viktoria Binschtok, Three People on the Phone #4, 2007 (2004), Siebdruck, 70 × 100 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Courtesy of the Artist and Klemm’s, Berlin

Kunst-Tipps im Februar 2026

Jeden Monat suchen wir die Kunst-Highlights in und um Deutschland heraus. Das sind unsere Ausstellungs-Tipps im Februar 2026.

„For Your Eyes Online: Miniaturen der Romantik“, Kunsthalle Hamburg

Von 1800 bis in die 1840er erfreuten sich kleine Portraitgemälde großer Beliebtheit. Als Miniaturen in Rahmen, Broschen oder Etuis waren sie äußerst persönliche und intime Bildnisse, oft nah am Körper getragen. Sie dienten dem Erinnern, dem Trost und waren sowohl beim Adel als auch im aufstrebenden Bürgertum gefragt. Mit dem Beginn der frühen Fotografie und dem Ende der Romantik Epoche verlor diese Kunstform dann zunehmend an Bedeutung.

Die Ausstellung läuft vom 06. Februar bis 07. Juni 2026.

Heinrich Jakob Aldenrath (1775–1844) Caroline Mohrmann (geb. Wortmann), um 1815 Aquarell und Gouache auf Elfenbein, 6,3 x 4,9 cm Hamburger Kunsthalle © Hamburger Kunsthalle Foto: Birgitt Schmedding

Heinrich Jakob Aldenrath (1775–1844), Caroline Mohrmann (geb. Wortmann), um 1815, Aquarell und Gouache auf Elfenbein, Hamburger Kunsthalle © Hamburger Kunsthalle, Foto: Birgitt Schmedding

„Unter Druck: Politische Plakate 1918—1933“, Museum Wiesbaden

Neben der „Swiftie Tour“ (im Museum Wiesbaden hängt das Kunstwerk „Ophelia“ von Friedrich Heyser, von dem sich Taylor Swift offenkundig inspirieren ließ), bietet das Museum ab Februar 2026 ein weiteres Kunst-Highlight: Eine Sammlung politischer Plakate aus der Zeit zwischen 1918 und 1933. Das politische Plakat entstand in Europa im Ersten Weltkrieg als Propagandamittel. Zwischen Fakten, Emotion und Lüge entwickelte sich eine Bildsprache, die zunehmend Brutalität und Radikalisierung in beide Extreme zeigte, bis 1933 die NS-Herrschaft die Vielfalt der politischen Stimmen beendete.

Die Ausstellung läuft vom 06. Februar 2026 bis 09. August 2026.

Curt Junghandel, 1918 ⁄ 19, Farblithografie. Sammlung Maximilian Karagöz. Foto: Museum Wiesbaden / Dirk Uebele

Curt Junghandel, 1918 ⁄ 19, Farblithografie. Sammlung Maximilian Karagöz. Foto: Museum Wiesbaden / Dirk Uebele

„Graciela Iturbide: Eyes to Fly With“, C/O Berlin

Die Fotografie von Graciela Iturbide verbindet Identität, Ritual und Gesellschaft, sie zeigt intime Beziehung, nähert sich Menschen und Gemeinschaften. Poetisch-dokumentarisch nutzt sie ihr Medium, um die Welt und das Selbst zu erkunden und neue Perspektiven zu eröffnen. Im Fokus der Ausstellung steht dabei die Rolle von Frauen: In der Serie Juchitán de las Mujeres über die Zapotek:innen (eine Urbevölkerung Mexikos) zeigt Iturbide eine soziale Struktur, in der Frauen bedeutende wirtschaftliche und öffentliche Positionen einnehmen.

Die Ausstellung läuft vom 07. Februar bis 10. Juni 2026.

Desierto de Sonora, Mexiko. Foto: Graciela Iturbide (C/O Berlin)

Desierto de Sonora, Mexiko. Foto: Graciela Iturbide (C/O Berlin)

„COMMUNITY. FOTOGRAFIE UND GEMEINSCHAFT“, Kunstpalast Düsseldorf

Menschen suchen Gemeinschaft – in Familien, Fangruppen, Fußballclubs oder politischen Bewegungen. Die Fotografie begleitet dieses Bedürfnis seit ihren Anfängen. Sie dokumentiert Zugehörigkeit, schafft Identifikation und verstärkt das Gemeinschaftsgefühlt. Gleichzeitig kann sie Abgrenzung sichtbar machen, auch indem sie festlegt, wer zum Bild gehört und wer ausgeschlossen bleibt. Der Kunstpalast Düsseldorf widmet sich genau diesem Thema.

Die Ausstellung läuft vom 11. Februar bis 25. Mai 2026.

Neal Slavin, Capitol Wrestling Corporation, Washington, D.C., 1972–75, Chromogener Farbabzug, Kunstpalst, Düsseldorf, © Neal Slavin

Neal Slavin, Capitol Wrestling Corporation, Washington, D.C., 1972–75, Chromogener Farbabzug, Kunstpalst, Düsseldorf, © Neal Slavin

„Peter Hujar: Eyes Open In The Dark“, Bundeskunsthalle Bonn

Zwischen den Stonewall-Protesten 1969 und dem Beginn der AIDS-Krise in den 1980er Jahren hielt Peter Hujar mit Schwarz-Weiß-Fotografien eine bedeutende Zeit New Yorks fest. Seine Selbstportraits sowie Aufnahmen von Freund:innen, Nachbar:innen und der queeren sowie avantgardistischen Szene New Yorks (darunter Candy Darling und Susan Sonntag), von Tieren, Architektur und Landschaften zeichnen ein intimes Bild der Metropole.

Die Ausstellung läuft vom 27. Februar bis 23. August 2026

Peter Hujar, John Flowers Backstage at Palm Casino Review, 1974 © The Peter Hujar Archive / VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Courtesy of The Peter Hujar Archive / ARS, New York, and Pace Gallery, Fraenkel Gallery, Maureen Paley, and Mai36

Peter Hujar, John Flowers Backstage at Palm Casino Review, 1974 © The Peter Hujar Archive / VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Courtesy of The Peter Hujar Archive / ARS, New York, and Pace Gallery, Fraenkel Gallery, Maureen Paley, and Mai36

„Zuhause / At Home. Künstlerische Perspektiven auf Wohnen, Obdach und Unterkunft“, Osthaus Museum, Hagen

Was bedeutet Zuhause? Ist es Ort, ein Gefühl oder gar ein Mensch? Das Zuhause kann so viele Rollen einnehmen, in so vielen Facetten erscheinen. Genau dieser Vielschichtigkeit widmet sich eine neue Ausstellung im Osthaus Museum. Sie richtet den Blick auf den Traum vom eigenen Heim, den Verlust des Zuhauses, den Wohnungsmarkt und auch die Einsamkeit sowie das existenzielle menschliche Bedürfnis nach Schutz, Ruhe und einem sicheren Schlafplatz.

Die Ausstellung läuft vom 28. Februar bis 21. Juni 2026

Thomas Rentmeister, Two ball total equilibrium cot, 2018, Courtesy of the artist & Galerie Tobias Naehring, Foto: Bernd Borchardt © VG Bild-Kunst, Bonn 2025

Thomas Rentmeister, Two ball total equilibrium cot, 2018, Courtesy of the artist & Galerie Tobias Naehring, Foto: Bernd Borchardt © VG Bild-Kunst, Bonn 2025

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