Tech Diary – zweiter Eintrag

Lara Sophie Bothur im Silicon Valley & bei Open AI

Liebes Tech-Tagebuch,

heute ist mein erster Tag im Silicon Valley.

Und ich bin ehrlich: Ich finde es total faszinierend, überhaupt mal hier zu sein und diese Energie zu spüren.

Silicon Valley ist ja eigentlich „nur“ eine Region zwischen San José und San Francisco. Und doch denkt man ja, hier fliegen überall Drohnen durch die Gegend und Roboter sitzen im Café neben dir. Ganz so ist es nicht, trotzdem ein sehr spannender Ort!

Ich habe in Palo Alto gewohnt, in einem kleinen, feinen Hotel mit wunderschönem Hinterhof.

Und wenn du dort durch die Straßen läufst, hast du wirklich das Gefühl: Jede zweite Person ist hier Founder.

Es liegt einfach etwas in der Luft.

Und dann dieses kalifornische Licht. Alles ist in so einen warmen, fast schon perfekten Rosa gehüllt.

Die Entstehung des Silicon Valley

Silicon Valley ist nicht einfach „entstanden“, sondern gewachsen. Einer der bekanntesten Startpunkte war eine Garage in Palo Alto.

Dort haben zwei Studenten, Bill Hewlett und David Packard, angefangen, ihre eigene Firma aufzubauen.

Ihr Professor an der Stanford University hat ihnen damals gesagt: Geht NICHT in ein großes Unternehmen … baut euch lieber euer eigenes!

Und genau das haben sie gemacht.

Mit nur ein paar hundert Dollar haben sie in dieser Garage angefangen, ein erstes Produkt zu entwickeln: einen Audio-Oszillator – ein Gerät, welches elektrische Signale in hörbare Töne umwandelt. Gut, um z.B. Lautsprecher zu testen.

Und einer ihrer ersten Kunden, für Film & Ton war übrigens: Walt Disney. Aus dieser kleinen Garage ist später Hewlett-Packard – HP (Laptops) – entstanden.

Genau solche Geschichten haben hier etwas ausgelöst:

→ Menschen, die selbst gründen

→ Universitäten, die das fördern

→ Kapital, das Ideen finanziert

Daraus ist Schritt für Schritt das geworden, was wir heute ‘Silicon Valley’ nennen.

Mein Besuch bei OpenAI

Kurz vorher habe ich ein paar Firmen angeschrieben und tatsächlich haben zwei Firmen zugesagt und mich eingeladen. Eine davon war OpenAI. OpenAI ist die Firma hinter ChatGPT, das sicher viele von euch täglich nutzen.

Ich bin mit meinem Kameramann angekommen – auf einer ganz normalen, langen Straße. Und genau da war es: das Office. Kein riesiger Campus. Keine Drohnen. Keine Roboter.

Sondern … ein Office.

Sehr hell, freundlich, modern. Aber fast schon überraschend „normal“. Und genau das fand ich spannend. Weil es zeigt: Auch etwas, das gerade die Welt verändert, kann sich noch wie ein Start-up anfühlen.

Agil genug, um mich einfach spontan einzuladen.

Die Zukunft von Coding

Ich durfte Romain kennenlernen, Head of Development bei OpenAI, und wir haben viel über die Zukunft von Coding gesprochen.

Darüber, dass Programmieren gerade etwas wird, das wirklich für jeden zugänglich ist.

Und genau dafür haben sie neben ChatGPT ein weiteres Tool entwickelt: Codex.

Mein erstes programmiertes Spiel: LARA CROSSING

Wir haben dann zusammen ein Spiel gebaut.

Er hat mich gefragt, was ich gerne bauen würde und ich habe gesagt: ein Animal Crossing Spiel – aber wir nennen es: LARA CROSSING.

Wir haben es einfach im Chat aufgebaut.

Ich habe gesagt: “statt blauem Himmel hätte ich gerne ein Meer und die Tiere sollen alle Tiger sein”.

Dann haben wir über den Chat auch einen Controller per Bluetooth verbunden und konnten somit das Spiel ansteuern.

Im Chat habe ich den Controller mit dem Spiel verbunden: „wenn ich auf ‘A’ drücke, soll der Tiger springen.”

Ich drücke A. Und der Tiger springt!!!

Ich musste lachen, weil ich mich so gefreut habe, dass das so einfach funktioniert.

Was das für die Zukunft bedeutet

Und ich glaube, genau das ist die Zukunft:

Dass man Spiele bauen kann, Apps entwickeln kann – einfach über Sprache. Dass man nicht mehr programmieren können muss im klassischen Sinne, sondern dass jeder die Möglichkeit hat, etwas zu bauen.

Die Brücke zurück nach Deutschland

Seitdem habe ich auch weiter Kontakt mit OpenAI.

Ich habe mich letztens in Hamburg mit der Kommunikationschefin Deutschland auf einen Kaffee getroffen und wir haben über weitere Projekte gesprochen.

Und ich finde es schön zu sehen, wie sich diese Brücke spannt – vom Silicon Valley zurück nach Deutschland.

Wie Studierende KI heute nutzen

Ein Projekt, worüber wir beim Café gesprochen haben, fand ich besonders spannend:

OpenAI durfte sich 50 echte Chats von Studierenden ansehen und analysieren. Und das zeigt ziemlich gut, wie KI heute schon beim Lernen genutzt wird.

Ein paar Beispiele:

„Ich komme bei dieser Aufgabe überhaupt nicht weiter… kannst du mir erklären, wie ich grundsätzlich vorgehen sollte, ohne mir direkt die Lösung zu geben?“

„Stell mir Prüfungsfragen und ich beantworte sie.“

„Fass mir das so zusammen, dass ich es schnell für die Klausur lernen kann.“

„Zeig mir genau meine Fehler – aber schreib den Text nicht um.“

„Erklär mir das einmal wie für eine 12-Jährige und dann nochmal auf Uni-Niveau.“

„Hilf mir beim Brainstorming und zeig mir mögliche Schwächen meiner Argumentation.“

„Kannst du mir das als Tabelle oder Mindmap darstellen?“

„Erstelle mir einen Lernplan mit den wichtigsten Themen.“

„Erklär mir ein Konzept anhand eines Beispiels.“

„Hilf mir, ein realistisches Prüfungs-Dilemma durchzudenken – aber gib mir keine Lösung, sondern stell mir kritische Fragen.“

„Wie berechne ich das Schritt für Schritt – erklär mir erstmal nur den ersten Schritt.“

„Erklär mir den Zusammenhang einfach und verständlich.“

„Gib mir eine Struktur für meine Hausarbeit mit möglichen Schwächen.“

„Was kann ich aus den Zutaten, die ich habe, kochen?“ 😄

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Lernen mit KI

Was ich daran spannend finde: Viele wollen gar nicht, dass KI ihnen alles abnimmt. Sondern sie wollen Hinweise, selbst besser und gechallenged werden.

Und ich finde, man sieht daran auch …

Viele sagen ja, dass Gen Z durch KI „dümmer“ wird.

Ich glaube das Gegenteil. Ich glaube, dass es einfach ein weiteres Tool ist, um BESSER zu lernen. Nicht um Denken zu ersetzen, sondern um es zu verbessern und zu beschleunigen.

Dafür müssen wir uns aber trauen, diese Technologien auszuprobieren – auch wenn es vielleicht nicht von Anfang an klappt. Das ist nicht schlimm. Traut euch einfach! Denn:

Die Zukunft gehört denen, die sie verstehen.

Und jetzt meine Frage an DICH:

Wofür nutzt du KI gerade am liebsten? Oder: Welchen Prompt hättest du früher in der Schule echt gebraucht?

Hab einen schönen Tag,

Deine Lara

P.S.: Nächstes Mal erzähle ich dir von meiner ersten autonomous driving experience, wie es sich angefühlt hat und ob man dem Ganzen trauen kann!!

Und bis dahin freue ich mich, wenn du mir auf LinkedIn folgst, da gibt es rund um die OMR nämlich ein spannendes Announcement. STAY TUNED!

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