Part 12 – Freckles, SPF & Skinimalism: Warum meine Sommersprossen jeden Sommer meine Beauty- Routine verändern

Jedes Jahr freue ich mich auf denselben Moment. Nicht auf den ersten Strandtag. Nicht auf die erste Sommerparty. Nicht einmal auf den ersten Urlaub (okay vielleicht ein bisschen). Sondern auf den Tag, an dem meine Sommersprossen zurückkommen.

Foto: Contente agency // Anna grechany

Kaum zeigt sich die Sonne häufiger, tauchen sie wieder auf – erst vereinzelt auf der Nase, dann auf den Wangen und irgendwann im ganzen Gesicht. Früher habe ich versucht, sie möglichst unsichtbar zu machen. Foundation, Concealer, Puder. Hauptsache ebenmäßig.

Heute sehe ich das anders.

Vielleicht, weil ich älter geworden bin. Vielleicht, weil ich seit vielen Jahren in einer Branche arbeite, die lange Zeit Perfektion über Individualität gestellt hat. Vielleicht aber auch, weil wir endlich beginnen, Schönheit neu zu definieren.

Denn Haut darf heute wieder aussehen wie Haut. Mit Sommersprossen. Mit Poren. Mit Charakter.

Und genau deshalb verändert sich meine Beauty-Routine jeden Sommer ganz automatisch.

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Foto: Contente agency // Anna grechany

Skinimalism statt Produkt-Overload

Während wir früher oft glaubten, für schöne Haut möglichst viele Produkte zu benötigen, beobachten wir heute einen Gegentrend. Skinimalism – also die Verbindung aus Hautpflege und Minimalismus – gehört für mich zu den spannendsten Beauty-Entwicklungen der vergangenen Jahre. Nicht nur aus ästhetischer Sicht. Sondern auch aus Nachhaltigkeitsperspektive.

Denn die nachhaltigste Beauty-Routine besteht selten aus zehn Seren, fünf verschiedenen Foundations und einer Schublade voller halb benutzter Produkte. (Mein Neujahrsvorsatz war es übrigens, in diesem Jahr so wenig nachzukaufen und so viel es geht aus meinen Schubladen zu verbrauchen.)

Sie besteht aus wenigen Produkten, die wirklich funktionieren, zur eigenen Haut passen und tatsächlich aufgebraucht werden. Never change a winning SkinSystem. Weniger Verpackung. Weniger Ressourcenverbrauch. Weniger Fehlkäufe. Mehr Qualität.

Mein wichtigstes Sommerprodukt: na klar- SPF

Wenn ich nur ein einziges Beauty-Produkt behalten dürfte, wäre es Sonnenschutz. Und Vitamin C Serum.Nicht aus Anti-Aging-Gründen allein, sondern weil UV-Strahlung nach wie vor einer der größten Stressfaktoren für unsere Haut ist.

Besonders gerne verwende ich Produkte, die Pflege und Schutz kombinieren.

Der Chanel UV Essentiel SPF 50 gehört für mich hier zu den elegantesten Formulierungen. Die Textur ist leicht, unsichtbar und fühlt sich eher wie hochwertige Hautpflege als wie klassischer Sonnenschutz an. Ebenso spannend finde ich den Sun Care SPF 30 von Annemarie Börlind. Die Marke produziert seit Jahrzehnten im Schwarzwald, engagiert sich für nachhaltiges Wassermanagement und setzt auf verantwortungsvoll ausgewählte Inhaltsstoffe.

Auch Lavera begleitet mich immer wieder durch den Sommer. Die Marke war eine der ersten, die Naturkosmetik in Deutschland massentauglich gemacht hat und zeigt seit Jahren, dass gute Formulierungen nicht kompliziert sein müssen.

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Foto: Contente agency // Anna grechany

Sommerhaut statt Full-Coverage

Je sichtbarer meine Sommersprossen werden, desto weniger Foundation benutze ich.

Stattdessen greife ich lieber zu Produkten, die den Teint ausgleichen, ohne ihn zu verstecken.

Besonders gerne mag ich im Sommer Chanel Les Beiges Water-Fresh Complexion Touch. Die Formulierung wirkt frisch, natürlich und lässt die Haut weiterhin nach Haut aussehen. Genau dieser Ansatz gefällt mir: nicht überdecken, sondern unterstreichen.

Auch die Skin Tint von Mádara gehört für mich zu den Produkten, die diesen Gedanken perfekt verkörpern. Die lettische Naturkosmetikmarke arbeitet mit nordischen Pflanzenwirkstoffen und produziert einen Großteil ihrer Produkte regional in Europa.

Ein neues Highlight: die GLOW SPF 50 Creme von der neuen deutschen Marke: Sun matters.

Neben dem klassischen Schutz sorgt sie für ein perfekt, leuchtendes Finish. Ohne Silikone, Mikroplastik oder Parabene.

Multifunktion schlägt Masse

Ein weiterer Nachhaltigkeitsgedanke, der mich inzwischen auf Reisen und im Alltag begleitet: Multifunktionalität.Warum fünf Produkte kaufen, wenn eines mehrere Aufgaben erfüllt?

Cream Blushes lassen sich beispielsweise gleichzeitig auf Wangen, Lippen und sogar leicht auf den Augen verwenden. Der Lip2Cheek von RMS Beauty gehört hier seit Jahren zu meinen Favoriten.

Gründerin Rose-Marie Swift war eine der ersten Stimmen der Clean-Beauty-Bewegung und setzt auf möglichst reduzierte, transparente Formulierungen.

Auch die Produkte von Und Gretel zeigen, wie modern Naturkosmetik heute sein kann.

Hochwertige Texturen, starke Performance und gleichzeitig ein deutlich bewussterer Umgang mit Ressourcen als viele konventionelle Marken.

Luxus darf heute Verantwortung tragen

Besonders spannend finde ich eine Entwicklung, die lange Zeit im Luxussegment gefehlt hat: Refill-Systeme.

Marken wie La Bouche Rouge oder auch zunehmend große Häuser wie YSL beschäftigen sich heute mit der Frage, wie Luxusprodukte langlebiger gedacht werden können. Die Idee dahinter ist eigentlich erstaunlich einfach: Man investiert einmal in ein hochwertiges Produkt und ersetzt anschließend nur noch das, was tatsächlich verbraucht wurde. Weniger Verpackung. Weniger Material. Weniger Verschwendung.

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Foto: Contente agency // Anna grechany

Die nachhaltigste Creme ist die, die (nie) leer wird

Was mich jedoch immer wieder beschäftigt: Nachhaltigkeit endet nicht bei der Auswahl einer Marke. Sie beginnt bereits viel früher. Brauche ich dieses Produkt wirklich? Werde ich es tatsächlich verwenden? Passt es zu meiner Haut?

Die nachhaltigste Creme ist nicht nur die mit dem grünsten Label. Sondern diejenige, die leer wird. Und dank Refills schnell aufgefüllt wird. Diejenige, die morgens und abends benutzt wird. Diejenige, die nicht nach drei Wochen im Badezimmerschrank verschwindet, weil bereits das nächste Wundermittel auf Social Media wartet.

Sommer bedeutet Loslassen

Vielleicht liebe ich den Sommer deshalb so sehr.

Weil er uns daran erinnert, dass Schönheit oft dann entsteht, wenn wir aufhören, alles kontrollieren zu wollen. Die Sommersprossen kommen zurück.

Die Haut verändert sich. Die Haare werden heller. Und plötzlich merken wir, dass nicht alles perfektioniert werden muss.

Manchmal reicht es völlig aus, die eigene Haut zu pflegen, sie vor der Sonne zu schützen und ihr den Raum zu geben, einfach sie selbst zu sein. Genau das ist für mich der schönste Beauty-Trend dieses Sommers.

Und vielleicht auch der nachhaltigste. Denn wahre Schönheit entsteht nicht durch immer mehr Produkte. Sondern durch bewusste Entscheidungen. Für unsere Haut. Und für die Welt, in der wir leben.

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Foto: Contente agency // Anna grechany

Foto: Peter Müller

Anna Hiltrop hat ihren Bachelor-Abschluss in Fashion Luxury Retail Management mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit und Wirtschaft am renommierten Berkeley College in New York absolviert.

Bereits während ihres Studiums setzte sie sich intensiv mit nachhaltigen Projekten auseinander und wurde dafür 2022 mit dem Green Award sowie dem Model Icon of the Year Award ausgezeichnet.

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