Gürtel war gestern: Dieses unerwartete Accessoire tragen wir im Herbst um die Hüfte

Der Kummerbund verlässt die klassische Abend- und Herrengarderobe und wird zum überraschenden Styling-Piece für den Herbst und Winter 2026. So trägt man das It-Piece jetzt.

Drei Models auf dem Laufsteg mit Kummerbund: zu Jeansmantel, zu besticktem Mantel in Gold und als schwarze Schleife zum Print-Look
So wird der Kummerbund 2026 getragen. Fotos: launchmetrics.com/spotlight
Frau in grauem Blazer mit schwarzem Kummerbund von hinten auf der Straße
Streetstyle aus Paris. Foto: launchmetrics.com/spotlight

Die Taille ist zurück – und bekommt ein neues Accessoire

Lange waren es vor allem Oversized-Silhouetten und locker fallende Schnitte. Die Taille? Rückte dabei zunehmend in den Hintergrund. Dann kamen sie plötzlich wieder: Statement-Gürtel mit auffälligen Schnallen, gleich mehrere übereinander getragene Gürtel, Peplum-Silhouetten und der um die Hüfte gebundene Seidenschal (DAS Trendpiece des Sommers). Sie alle lenkten den Blick wieder mehr auf die Körpermitte. Neu in dieser Saison: Der Kummerbund. Ein Accessoire, das ursprünglich aus der klassischen Männermode kommt.

Die Geschichte des Kummerbunds

Seine Ursprünge hat der Kummerbund in Asien. In Indien und Persien trugen Männer breite Stoffschärpen um die Körpermitte, um sich vor der Abendkälte zu schützen. Europäische Händler brachten das Accessoire schließlich in den Westen. Zwar wurde der Kummerbund zunächst kritisch beäugt und mitunter als Zeichen schlechten Geschmacks angesehen, doch das sollte sich bald ändern. Als Alternative zur klassischen Weste etablierte er sich schließlich als fester Bestandteil des Smokings und damit der Black-Tie-Garderobe. Danach wurde es lange Zeit eher still um das Accessoire. Im 21. Jahrhundert wurde ihm bisher wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Bis jetzt. Denn der Kummerbund kehrt zurück – und ist nicht allein den Männern vorbehalten.

Kummerbunds auf dem Runway

In den Herbst/Winter 2026 Kollektionen (und zuletzt auch für Frühling/Sommer 2027) hat der Kummerbund seinen Weg auf die Laufstege von Valentino, Zimmermann, Giorgio Armani und Dries van Noten geschafft (um nur ein paar zu nennen). Dabei interpretieren die Designer:innen den Klassiker völlig neu: Statt ausschließlich auf einfarbige Seide zu setzen, zeigen sie Modelle mit Prints, Verzierungen, aus Leder oder anderen Materialien.

Herbst/Winter 2026 Kollektionen von Ann Demeulemeester, Giorgio Armani, Zimmermann, Issey Miyake, Shiatzy Chen, Niccolò Pasqualetti. Fotos: launchmetrics.com/spotlight

Wie der Kummerbund getragen wird

Auch abseits der Laufstege ist der Trend angekommen. Ein Blick auf die Streetstyles der internationalen Fashion Weeks zeigt: Die Trendsetterinnen haben den Kummerbund bereits für sich entdeckt und beweisen, wie vielseitig das einst formelle Accessoire gestylt werden kann. Er definiert nicht nur die Taille, sondern ist ein fester Bestandteil des Looks. Und das nicht nur am Abend, sondern auch tagsüber. Er funktioniert ebenso gut lässig zu Shirt und Jeans oder fließenden Boho-Kleidern wie elegant zu Anzughose, Blazer oder als Kontrast zu Leder-Looks.

Streetstyle aus Paris, Mailand und New York. Fotos: launchmetrics.com/spotlight

Der Krawatten-Trick

Wer nicht gleich in das Accessoire investieren möchte, kann den Look ganz einfach selbst kreieren. Dafür einfach eine Krawatte um die Taille legen und mit einer Brosche über Shirt oder Jacke fixieren. Ein langer Seidenschal funktioniert ebenso wunderbar.

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