Gesunde Zähne – eine Zahnärztin verrät, was Sie dafür beachten müssen (und wie ihre persönliche Zahnpflege-Routine aussieht)

Für gesunde Zähne sorgen nicht nur regelmäßige Besuche in der Praxis, dafür sollte man auch daheim täglich sorgen. Die Belohnung: ein strahlendes Lächeln!
Gesunde Zähne lassen jedes Lächeln umso mehr strahlen
Foto: Matteo Valle/launchmetrics.com/spotlight

Auf den Zahn gefühlt

Gesunde Zähne: wer sie hat, der kann sich wirklich glücklich schätzen. Zahngesundheit fällt nämlich nicht nur in den Bereich Beauty (ein schönes Lächeln und weiße Zähne sehen attraktiv aus), auch für die allgemeine Gesundheit spielen gesunde Zähne eine wichtige Rolle. Die richtige Mundhygiene, die zweimal täglich Pflicht ist, ist dabei entscheidend. Unsere Expertin Dr. Katharina Broos ist Ästhetische Zahnärztin in eigener Praxis in München und erklärt in unserem Interview, auf was Sie dabei unbedingt achten sollten.

Was macht (fast) jede:r beim Zähneputzen falsch?

„Die meisten Leute nehmen zu harte Borsten, weil man denkt, die putzen intensiver. Das stimmt aber gar nicht. Wer mit einer Handzahnbürste putzt, sollte bei der Borstenstärke „soft“ oder „supersoft“ wählen. Diese weichen Borsten biegen sich besser in die Zahnzwischenräume und reinigen sie folglich auch gründlicher. Plus: Der Übergang zwischen Zahn und Zahnfleisch ist sehr fein und empfindlich – harte Borsten können zu viel Druck auf das Zahnfleisch ausüben und das lässt auf Dauer Zahnhälse und empfindliche Zähne entstehen. Auch ein Riesenfehler für alle, die mit einer elektrischen oder einer Schallzahnbürste putzen ist es, ein Modell ohne Drucksensor zu verwenden. Sie müssen unbedingt kontrollieren können, wie fest Sie beim Putzen aufdrücken, sonst kann es passieren, dass der Zahnschmelz beschädigt wird”.

Welche Putztechnik ist die beste?

„Das kommt auf die Zahnbürste an, die Sie verwenden. Eine elektrische Zahnbürste hat z.B. einen runden Kopf, mit der man Zahn für Zahn putzt, und eine Schallzahnbürste hat meistens einen länglichen Kopf, mit dem kann man zwei Zähne gleichzeitig reinigen. Mit jedem Kopf muss man eine andere Technik und eine andere Handbewegung anwenden. Zwischen den Zähnen befindet sich eine Zahnfleischpapille, wenn Sie da jeden Tag mit der falschen Technik putzen, wird sie beschädigt und das merkt man gar nicht so schnell. Am besten lassen Sie sich die für Sie beste Putztechnik bei der nächsten Zahnreinigung erklären oder machen sich gleich mit Online-Tutorials schlau”.

Welche Zahnbürste verwenden Sie?

„Also ich persönlich putze morgens mit einer Handzahnbürste mit supersoften Borsten und abends mit einer elektrischen Zahnbürste. Ob eine elektrische oder eine Schallzahnbürste besser ist, das ist eine Glaubensfrage. Die elektrische Zahnbüste hat den Ruf die Beläge besser wegzuputzen. Die Schallzahnbürste erzeugt einen Flüssigkeitsstrom und soll besser in die Tiefe gehen, bis in die Zahnfleischtasche. Die Technik muss aber eben unbedingt die richtige sein”.

Dr. Katharina Broos ist Ästhetische Zahnärztin in eigener Praxis in München

Dr. Katharina Broos ist Ästhetische Zahnärztin in eigener Praxis in München. Foto: privat

Unsere Expertin

Dr. Katharina Broos ist DIE Zahnärztin to follow im
deutschsprachigen Raum. In ihrer renommierten Praxis in München stehen Ästhetische Zahnmedizin und Longevity zu 100% im Vordergrund. Als Visionärin bringt sie Zahngesundheit und Zahnpflege durch ganzheitliche und holistische Ansätze auf ein neues Level. Auf ihrem Instagram Account @dr.katharinabroos teilt die Zahnärztin nicht nur wertvolle Tipps zur Zahnpflege und Ästhetik, sondern gibt auch Einblicke in ihren Lifestyle, der von Sport, gesunder Ernährung und Fashion geprägt ist. 2025 wird es große News geben: Seit drei Jahren arbeitet Dr. Katharina Broos an der Formulierung ihrer exklusiven, nachhaltigen Zahnpasta-Linie für Erwachsene und Kinder, die dieses Jahr endlich gelauncht wird.

Auf was sollte man bei seiner Zahnpasta achten?

„Wichtig ist vor allem, was NICHT drin sein sollte. In vielen Zahnpastas ist zum Beispiel Titandioxid, das den Ruf hat potentiell krebserregend zu sein. SLS, das ist Sodium Lauryl Sulfat, ist ein ganz hartes Tensid, also ein Schäumer – Hartstoffe sollten auch nicht enthalten sein. Ich würde auch auf zu viele verschiedene Süßstoffe wie z.B. Saccharin verzichten, da diese im Verdacht stehen, die Darmflora zu verändern. Was eine Zahnpasta aber wiederum enthalten sollte: einen milden Schäumer und Fluorid oder Hydroxylapatit, das stärkt den Zahn. Ich empfehle übrigens Fluorid, weil sich die wenigsten Leute zuckerfrei ernähren. Mein persönlicher Hack: Am Wochenende putze ich mit Fluorid und unter der Woche mit Hydroxylapatit, das ist das Mineral, aus dem unsere Zähne bestehen. Wer einen leichten Whitening Effekt haben will, sollte auf Enzyme aus der Papaya und Ananas setzen, Papain und Bromelain. Das kann alles sehr verwirrend sein, daher lohnt es sich, eine App zu laden, mit der man die INCI-Liste auf den Verpackungen unkompliziert checken kann. Manchmal bekommt man auch den sogenannten RDA-Wert angezeigt: Zahnpasta enthält ganz feine Reibekügelchen für die mechanische Reinigung. Dieser Wert muss nicht angegeben werden, aber er ist wichtig und sollte um die 80 sein. Liegt er sehr stark darüber, sind die Kügelchen zu groß und die Reinigungswirkung zu extrem für die Zähne”.

Welche Mundpflege-Essentials sind unterschätzt?

„Ganz klar, das Ölziehen und das Zungenschaben. Es gibt Studien, die untersuchen die Zusammensetzung der Darmflora, sie ist das zweitgrößte Mikrobiom im Körper. Mittlerweile gibt es Zusammenhänge, dass zum Beispiel eine aggressive Parodontitis oder eine bestimmte Bakterienart im Mund Alzheimer verursachen oder Krebszellen aggressiver machen können. Unser Mund hängt also genauso mit der Darm- wie auch mit unserer allgemeinen Gesundheit zusammen. Daher ist das Beste: als allererstes nach dem Aufwachen den Mund detoxen. Am besten auch kein Wasser trinken, sonst spülen Sie die Bakterien in den Darm. Ziehen Sie als allererstes zehn Minuten mit Kokosöl und reinigen danach mit einem Zungenschaber die Zunge, das entfernt auch noch die letzten hartnäckigen Bakterien. Das Kokosöl beinhaltet also Zusatzeffekt Laurinsäure, die sogar einen leichten Bleaching-Effekt hat. Wichtig nach dem Ölziehen ist es, das Öl in den Müll zu spucken, sonst verstopft es das Waschbecken oder die Toilette. Ich bin übrigens kein Fan von Mundspüllösungen, da stecken oft Alkohol oder Zusatzstoffe drinnen, die einfach unnötig sind. Mundspüllösungen stehen sogar unter dem Verdacht, dass sie das Mundmikrobiom zum Schlechteren verändern. Und als Must für abends: tägliche Interdentalraumpflege mit Zahnseide oder Bürstchen”.

Wie oft sollte man zur Zahnreinigung?

„Eine gründliche Zahnreinigung beim Profi ist für gesunde Zähne unerlässlich. In meiner Praxis verwende ich dazu ein Pulver- Wasserstrahlgerät mit Air-Flow-Technik. Wer perfekte, gesunde Zähne hat, keine einzige Füllung und zu wenig Zahnstein neigt, für den genügt eine Zahnreinigung pro Jahr. Das sind aber nur ganz wenige Patient:innen. Wer die eine oder andere Füllung hat und normalen Zahnstein, kommt am besten zweimal im Jahr. Wer Kronen, Implantate, Veneers, also Zahnersatz, hat, kann sogar dreimal im Jahr zur Zahnreinigung. Man hat viel Geld in seine Zahngesundheit investiert, da wäre es schade, wenn sich Karies-Probleme entwickeln, und an manche Nischen kommt man selbst einfach nicht so gut ran, egal, wie gründlich man täglich putzt. Und übrigens: Wenn jemand Mundgeruch hat, dann hat das meistens ganz andere Ursachen als eine falsche Mundhygiene. Das kann man testen, indem man eine Speichelprobe mit Bakterien aus dem Mund ins Labor schickt. Es kann sein, dass man ein Antibiotikum braucht oder man einen sauren Magen hat und etwas an der Ernährung ändern sollte”.

Wie wird unsere Mund-Hygiene in 50 Jahren aussehen?

„Alles wird individueller und personalisierter. Es gibt jetzt z.B. schon Speicheltests, mit denen kann die Karies- oder Paradontitis-Wahrscheinlichkeit berechnet werden. Daraufhin wird man sich seine Zahnpasta individuell zusammenstellen lassen können. Das wird auch gar nicht mehr so lange dauern! Und in 50 Jahren kommt vielleicht schon ein kleiner Roboter, dann machen wir nur noch den Mund auf und der kümmert sich dann um alles…”

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