Wohnen heute: 6 Highlights von den „3 Days of Design“ in Kopenhagen

Siebziger auf Skandinavisch, einflussreiche Däninnen und Safe Sessel in wilden Zeiten – unsere Autorin Katharina Charpian war auf den „3 Days of Design“ in Kopenhagen unterwegs und hat die spannendsten News (+ Tipps für den nächsten City-Trip) aus der Designmetropole mitgebracht

Autorin: Katharina Charpian 

Neue Wohnvisionen, Foto: Fritz Hansen
Die Blütenkönigin, Foto:Fotos: Layered (PR) (li.), Katharina Charpian (re.)

1. Follow: Helle & Thilde

Helle & Thilde heißen die Däninnen, denen man spätestens jetzt (bei Instagram) folgen sollte. Die Floristin und Malerin Thilde Maria Haukohl Kristensen, bekannt unter dem Künstlernamen „Poppykalas“ ist Kopenhagens zeitgenössische Blütenkönigin. Ihre abstrakten Ölmalereien hängen in bekannten New Yorker Hotels, ihre großen Stoffblumen wachsen in den Schaufenstern skandinavischer Concept-Stores und Plätze für ihre „Fullmoon Flower Workshops“ füllen Wartelisten. Während der „3 Days of Design“ präsentierte die Künstlerin ihre zweite Kollaboration namens „Magical Garden“, bestehend aus zwei pastellfarbenen Teppichen, in Zusammenarbeit mit dem schwedischen Teppichlabel Layered. „Die leuchtenden Farben, die zarten Strukturen und die unwirkliche Präsenz der Natur versetzen mich immer wieder in Erstaunen“, erzählt Thilde Maria Haukohl Kristensen im Showroom. In einer Welt, in der wir täglich außerhalb unserer vier Wände performen, möchte sie mit ihren Teppichen zu einer relaxten Innenwelt beitragen.

Candy-Color-World, Foto: Helle Mardahl (PR)

Welcome to Candy-Color-World! Kindheitserinnerungen und ikonische Filme wie „Alice im Wunderland“ und „Charlie und die Schokoladenfabrik“ stehen auf der Inspirations-Watchlist von Helle Mardahl, Künstlerin und Designerin gläsernder Skulpturen, Schalen und Schampusgläser. In Kopenhagen präsentierte sie ihre verspielten Kreationen in Rahmen einer Inszenierung namens „The Grand Suite“. Die Ausstellung lud ein, in das Leben einer Reisenden einzutauchen – einer abenteuerlustigen Frau, die in einer luxuriösen Grand Suite mit Helles gläsernden Designs residierte. „Meine Installation ist eine offene Tür in eine Parallelwelt voller Geheimnisse und unerzählter Geschichten“, sagt Helle Mardahl. Die ungewöhnliche Reise endete mit typischem Helle-Überraschungsfaktor an einem Kiosk mit Souvenirs, den die Künstlerin am Eingang des Designmuseum Dänemark parkte.

 

Ein Raum in dem man sich sicher fühlt, Fotos: Fritz Hansen, Laura Stamer (PR)

2. Ein Safe Sessel in wilden Zeiten

Als bei der dänischen Designerin Cecilie Manz der Auftrag des traditionsreichen Möbelherstellers Fritz Hansen reinflatterte, einen neuen Stuhl zu designen, ging sie recht pragmatisch vor. „Ich wollte einen schönen, bequemen und nützlichen Stuhl bauen, der nicht zu viel Platz wegnimmt und einfach gut funktioniert“, sagt sie. Entstanden ist „Monolit“, ein Safe Sessel in wilden Zeiten. „Ich hatte schon lange darüber nachgedacht, einen Stuhl mit einer Rückenlehne zu bauen, die die Sitzenden wie eine runde Schutzhülle umhüllt. Die Art und Weise, wie sie einen umgibt, erzeugt dieses Gefühl von „das ist mein Raum, ich fühle mich sicher““, erklärt Cecilie Manz. Der Stuhl ist in zwei Höhen erhältlich, als Loungesessel und als Esstischstuhl. Präsentiert wurde die Neuheit im Restaurant „Væksthuset“ im Operaparken, einer neuen grünen Oase mitten in Kopenhagen, die das Architekturbüro Cobe auf der Tiefgarage der Oper gepflanzt hat. Unbedingt für den nächsten Kopenhagen-Trip abspeichern!

Ein modulares Sofa, entworfen vom Schweizer Designstudio Panter&Tourron, Fotos: Vitra (PR)

3. Inselleben im Wohnzimmer

Wie sieht ein Sofa aus, das im Smartphone- und Laptop-Zeitalter nicht mehr auf einen Fernseher ausgerichtet werden muss, das die Gemeinschaft feiert und den eigenen Lebensstil über mehrere Jahrzehnte begleitet? Eine Antwort könnte «Anagram» lauten – ein modulares Sofa, entworfen vom Schweizer Designstudio Panter&Tourron für Vitra, das ab September  erhältlich ist. Die Plattform-Module des Sofas sind als Inseln gestaltet, die an allen vier Seiten mit anderen Modulen kombiniert und mit Elementen wie Rücken- und Seitenlehnen sowie Anstecktischen versehen werden können – in Sekundenschnelle umsteckbar. Heute ein klassisches L-förmiges Sofa, morgen eine Kuschelinsel, übermorgen ein quadratischer Meeting-Place. „Ein normales Sofa ist ein schweres Fossil, bei dem unterschiedlichste Materialien verklebt, sowie tierische Materialien und Unmengen Kunststoff eingesetzt werden“, sagen die Designer Stefano Panterotto und Alexis Tourron beim exklusiven Launch-Event in Kopenhagen. Ihnen war wichtig, dass «Anagram» eine vegane Couch ist: Die Kissenfüllung besteht aus recycelten PET-Fasern und auf tierische Polsterfüllungen wurde verzichtet.

Wohnung und Galerie in Einem, Fotos: Akua (PR) (li.), Katharina Charpian (re.)

4. Zirkus-Vibes im Universum

Misst man den Bekanntheitsgrad eines Apartments an seinen Fans bei Instagram, gehört @apartmentdk zu den Top-Immobilien. Knapp 100.000 Follower:innen folgen der eklektischen Wohnung aus dem 18. Jahrhundert, die eigentlich eine Galerie ist. Besitzerin Tina Seidenfaden Busck nennt die kuratierte Wohnung, die sich wie ein echtes Zuhause anfühlt und in der man alles, was man sieht – vom Sofa bis zur Skulptur – kaufen kann, „The Universe“.

Während des Design-Festivals stellte das dänische Glas-Label „Akua Objects“, erst vor zwei Jahren gegründet von Annika Zobel Agerled und Josefine Arthur, ihre limitierte Kollaboration mit dem Apartment vor: ein handgeblasener Glaskrug mit Streifen in Haselnuss und Amethyst, der als Vase, Karaffe oder Designobjekt fundiert. Der Krug stammt aus ihrer Kollektion „Augusta“, die von Zirkustagen aus vergangenen Jahrhunderten inspiriert ist. „Diese Kollektion spiegelt unsere Faszination für die gestreiften Zelte, Karussells, Pferde, Clowns und die lebhaften Werbeplakate des 18. Jahrhunderts wider“, erklärt Creative Director Annika Zobel Agerled.

Lust auf Retro, Fotos: Gubi

5. Siebziger auf Skandinavisch

Die dänische Designszene war sich in vielen neu vorgestellten Kollektionen einig: Die Siebziger ziehen wieder ein. Nicht skandinavisch minimalistisch, sondern mit maximalen Retro-Zitaten. Zu sehen: Glasbausteine, verlegter Teppich, Cognac- und Orangetöne und zahlreiche (neu aufgelegte) Lounge-Möbeln – wie zum Beispiel hier im Showroom des dänischen Labels Gubi. Unser Liebling: Der ikonische Loungesessel „F300“ des bereits verstorbenen Designers Pierre Paulin wurde dieses Jahr von Gubi neu aufgelegt. Mit einem nachhaltigen Upgrade: Statt Glasfaser wird für den Korpus der recycelbare Kunststoff Hirek verwendet, der in Italien produziert wird.

Villa Kunterbunt für Designliebende, Foto: Audo (PR)

6. Sleep, Eat, Shop – Repeat

Pause gefällig? Dann das Leihfahrrad einfach vor dem Audo House parken. Das Gebäude ist die erwachsene Version der Villa Kunterbunt für Designliebende – und ein guter Ort, um selbst in Kopenhagens Interieurwelt im neugebauten Trendviertel Nordhavn einzutauchen. Auf unterschiedlichen Ebenen treffen Concept-Store, Kaffeebar, Restaurant, eine Sonnenterasse und das hauseigene Boutique Hotel aufeinander. Hier steht auch das passende Mitbringsel von den „3 Days of Design“: Der neue skulpturale Kerzenständer „Interconnect“, designt von Stylist und Artistic Director Colin King für Audo. Denn Connection gab es bei diesem Offline-Event auf vielen Ebenen. Eben zum Träumen schön!

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