ein Foto von Kiani Wäis
WÄIS NEUE WELT
Kolumnistin Wäis Kiani betrachtet die Lage der Dinge – jeden Donnerstag neu.

Wäis schrieb früher Stücke für die Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, NZZ am Sonntag
und ist vielen noch bekannt durch ihre amüsanten Gesellschafts- und Stil-Kolumnen bei Instyle, Annabelle oder Welt am Sonntag. Jetzt startet sie eine neue Kolumne bei Marie Claire.

Part 1: Don´t call it a Comeback

Ja, das ist meine neue Kolumne. Die erste nach einer langen Pause. Was sagt man eigentlich, wenn man nach einer längeren Zeit des Verschwindens wieder auftaucht? Hallo, habt ihr mich vermisst? Oder: Da bin ich wieder. Oder so keck: Don´t call it a Comeback. Ich war in der Pause physisch schon noch auf dieser Erde anwesend, aber es gab nichts Neues von mir zu lesen. Das war Absicht. «Mach doch endlich wenigstens einen Podcast,» sagten sie ständig zu mir. Um Gottes Willen, antwortete ich, reden ist ja das allerschlimmste.

Aber warum war ich so lange weg?
Ganz einfach: ich war leergeschrieben. Ich hatte jahrelang alles erzählt, was es zu erzählen gab und musste erstmal wieder eine Zeit auf die Weide um Neues zu erleben. Kaum hatte ich das realisiert, und mich in eine Auszeit begeben, ging die ganze Welt buchstäblich vor unseren Augen zugrunde. Niemand wurde verschont, alle sassen im selben Boot. Meine Auszeit wurde Trend, alle hatten eine, aber unfreiwillig. Jetzt muss man warten und schweigen, bis es besser wird, dachte ich. Alle dachten dasselbe: nach der Pandemie wird es wieder cool. Statt cool kam noch eine Pandemie. Tote, Streit, Angst, Lügen. Viele dachten, man muss diese Zeit des Stillstands nutzen um produktiv zu sein. Ich natürlich nicht. Erst wenn es wieder lustiger wird, werde ich auch wieder etwas schönes machen, dachte ich.

Das gelangweilte Gejammer will doch niemand hören, am wenigsten ich selbst. Deswegen auch kein Podcast. Bald ist es wieder cool. Aber statt cool kam Krieg. Katastrophen und dann noch ein Krieg. Vielen von uns geht es schlecht, körperlich und seelisch. Die Apocalypse zieht sich hin. Vermutlich kommen jetzt noch Plagen, Seuchen, Heuschrecken und was weiss ich was noch alles fehlt. Das kann noch ewig dauern. Wir müssen lernen, damit zu leben und uns auch wieder trauen zu lachen. Sich selbst wieder glücklich zu machen, ist doch das grösste Comeback im Leben.

Deswegen beschloss ich, nicht länger auf das Ende des Weltuntergangs zu warten.
Keine Ahnung ob und wie sehr ich vermisst wurde, aber hier wäre ich wieder. Man sagt ja, wahre Freundschaften halten es aus, wenn man ein paar Jahre keinen Kontakt hat. Man kann dann einfach wieder weitermachen wo man aufgehört hat.
So, als wäre nichts und doch ist alles anders.
Ich freue mich jedenfalls total darauf.

follow me www.instagram.com/waeiskiani

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3 Antworten zu “Part 1: Don´t call it a Comeback”

  1. Andrea Steiner sagt:

    Ich freue mich sehr! Über die Marie Claire und über Dich, liebe Wäis!

    Es ist jetzt so, wie es ist – und auch im Chaos und im Drama gibt es Schönes, wenn man sich an dem erfreut, ist es leichter

  2. Wäis Kiani sagt:

    Danke liebe Nicola – los gehts!

  3. Nicola Le Vourch sagt:

    Herzlich Willkommen liebe Wäis!

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